Tiershootings sind eigentlich nicht meine Baustelle. Das können andere besser. Als ich Gary aber das erste Mal im Terrarium bei meiner lieben Freundin sah, dachte ich mir sofort, dass man mit dieser wunderschönen Achatschnecke mal Bilder machen müsste. Ich hatte auch ziemlich direkt genau vor Augen, wie ich das haben wollte. Ich wollte die Schnecke und ich wollte Tim als Modell dafür. Nur leider war ich mir nicht sicher, ob er davon so begeistert sein würde. Zwar kannten wir uns schon einem anderen Shooting, aber so eine afrikanische Riesenschnecke ist wohl nicht jedermanns Ding. Zur Sicherheit ging ich also auf die Suche nach einem Alternativmodel und wurde fündig. Dieses fragte ich auch für ein Test-Shooting an. Meine erste Wahl stimme aber nach etwas Zögern zu und so trafen wir uns letzte Woche zu viert: Tim, Gary, meine Freundin und ich. Da es sehr warm war, war es für Gary schwierig genug Halt zu finden und ersie war auch anfangs nicht so aktiv. Ein paar Mal rutschte die Schnecke weg und wir mussten aufpassen, dass ersie nicht runterfällt. Die Besitzerin stand immer mit einer Armlänge Abstand daneben, für den Fall, dass Gary fallen könnte. Für Tim war es ebenfalls kein einfaches Shooting: permanente Angst um die Schnecke, die deutlich schwerer ist als man meinen könnte, und die eigene Überwindung. Ich finde aber, er hat das prima gemacht und die Ergebnisse sind genau so, wie ich sie haben wollte. Manchmal läuft einfach alles perfekt. Meinem Alternativmodel hatte ich von dem Schneckenshooting erzählt, um mal vorzufühlen, falls Tim sich doch dagegen entscheiden sollte. Als Reaktion gabs Neid auf Tim und die Bitte, ihn unbedingt zu berücksichtigen, sollte ich das Shooting wiederholen. Ich spiele also tatsächlich mit dem Gedanken, etwas ähnliches erneut zu planen. Dann aber wohl nicht mit Gary, weil ersie einfach zu groß ist, um ihnsie im Gesicht so zu platzieren, dass ich das schön finde. Wir hatten das versucht und Tim war auch sehr tapfer. Aber am Ende entsprach es nicht meinem ästhetischen Empfinden und das, obwohl ich dieses Motiv eigentlich von Anfang an wollte, was der Grund war, warum Tim die Entscheidung auch nicht so leicht gefallen ist. Aber jetzt, wo ich ein Zweitmodell habe, dass extrem motiviert ist, sich eine Schnecke ins Gesicht setzen zu lassen, muss ich direkt mal nach etwas kleineren Schnecken schauen. Vielleicht Weinbergschnecken, denn die kann man kurioserweise online bestellen. Bei mir würden sie dann aber nicht im Essen landen, sondern dürften nach getaner Arbeit in Freiheit leben.